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Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA: Ursachen, Auswirkungen und Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Größter Deal oder fatales Signal, Zollstreit beigelegt, Trump-Zölle, Zollpolitik – diese Schlagwörter dominieren derzeit die Wirtschaftsnachrichten. Insbesondere durch die jüngste Ankündigung von Präsident Trump, ab August 2025 zusätzliche Zölle in Höhe von 30 % auf Waren aus der EU zu erheben, hat das Thema erneut an Brisanz gewonnen. Die Gefahr eines Handelskriegs konnte vorerst abgewendet werden, da sich die EU und die USA statt der ursprünglich angedrohten Strafzölle von 30 % auf einen Basiszollsatz von 15 % auf europäische Produkte geeinigt haben. Doch was bedeutet das für Unternehmen in Deutschland und der EU? Und welche präventiven Maßnahmen sollten Firmen jetzt ergreifen?

Hintergrund: Was steckt hinter dem Zollstreit mit den USA?

Bei Zollpolitik handelt es sich um Maßnahmen, mit denen durch Zölle, d. h. Abgaben, die außenwirtschaftlichen Beziehungen mit anderen Ländern beeinflusst werden. In diesem Kontext haben Zölle verschiedene Ziele und Zwecke. So können Zölle als Einnahmequelle für den Staatshaushalt dienen oder dazu beitragen, den heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.

Zollunion und Handelsbeziehung zwischen der EU und den USA

Da die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) eine Zollunion bilden, werden für Ein- und Ausfuhren von Waren innerhalb der EU keine Zölle erhoben. Gegenüber Drittländern gilt ein einheitliches Zollrecht. Bei der Festlegung von Zöllen folgen die EU-Staaten den Grundsätzen und Regeln der Welthandelsorganisation. Einer der wichtigsten Grundsätze ist dabei die sogenannte Meistbegünstigung, die grundsätzlich keine diskriminierenden Unterschiede zwischen Handelspartnern zulässt. Für die EU hat die transatlantische Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten große Bedeutung.

Zollpolitik der USA

US-Präsident Trump sah bereits im Wahlkampf die USA global benachteiligt und machte dafür das Handelsbilanzdefizit verantwortlich. Nach seinem Wahlsieg im Februar 2025 verhängte er erste Zölle auf Importe aus Mexiko, Kanada, China sowie auf Stahl und Aluminium aus der EU. Im April folgte ein pauschaler Zollaufschlag von 10 % auf weltweite Importe; weitere angekündigte Zölle wurden teils wieder zurückgenommen oder ausgesetzt.

Im Streit mit der EU konnte ein Handelskrieg vorerst abgewendet werden: Die EU akzeptierte einen Basiszollsatz von 15 % auf europäische Produkte und machte zusätzliche Zugeständnisse, etwa beim Import von US-Energie und Investitionen in den USA. Laut EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bringt die Einigung Stabilität und Planungssicherheit, auch wenn die Kommission die neuen US-Zölle grundsätzlich für ungerechtfertigt hält. In Deutschland wurde der Deal unterschiedlich bewertet: Während Bundeskanzler Merz ihn begrüßte, sieht der BDI ihn als unzureichenden Kompromiss.

Trotz offener Fragen sollten sich Unternehmen bereits jetzt mit möglichen Folgen und Strategien auseinandersetzen.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Angesichts der anhaltenden Unsicherheit und potenzieller Kostensteigerungen durch neue Zölle sollten Unternehmen folgende proaktive Maßnahmen prüfen:

  • Analyse von Warenströmen und Absatzmärkten: Identifizieren Sie frühzeitig Risiken in Ihren Liefer- und Exportketten, insbesondere im Hinblick auf das USA-Geschäft.
  • Optimierung der Preisgestaltung und Verrechnungspreise: Überprüfen Sie, ob interne Verrechnungspreise entsprechend den aktuellen Zollwertvorschriften angepasst werden können.
  • Diversifizierung der Wertschöpfungskette: Erwägen Sie Produktionsverlagerungen oder Kooperationen mit Drittstaaten, sofern dies für Ihr Geschäftsmodell sinnvoll ist.
  • Überblick zu steuerlichen Konsequenzen: Bewerten Sie geplante Änderungen nicht nur zollrechtlich, sondern auch steuerrechtlich (Stichwort „Exit Tax“ bei Funktionsverlagerungen).
  • Flexible Risikominimierungsstrategie: Entwickeln Sie kurz-, mittel- und langfristige Strategien zur Absicherung, beispielsweise durch Szenarioanalysen für alternative Absatzmärkte oder Lagerhaltungen.

Fazit: Proaktive Zollstrategie minimiert Risiken

Da derzeit unklar ist, wie lange die Einigung im Zollstreit tatsächlich Bestand haben wird, und angesichts möglicher neuer Handelskonflikte sollten sich international tätige Unternehmen intensiv mit Zollfragen auseinandersetzen, um finanzielle Risiken zu reduzieren. Wie gezeigt, gibt es vielfältige Möglichkeiten, auf Zollkonflikte zu reagieren.

ECOVIS RTS unterstützt Sie dabei gerne, den erforderlichen Anpassungsbedarf in Ihrem Unternehmen zu identifizieren und durch kurz-, mittel- und langfristige Strategien zur Risikominimierung erfolgreich umzusetzen.

Der Zollstreit wurde ausgelöst durch die Ankündigung von Präsident Trump, ab August 2025 Strafzölle von 30 % auf Waren aus der EU zu erheben. Sein Ziel ist es, das Handelsbilanzdefizit der USA zu reduzieren und die amerikanische Wirtschaft zu stärken.

Betroffen sind grundsätzlich alle Waren, die aus der EU in die USA exportiert werden. Besonders kritisch ist dies für exportstarke Branchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie, Stahl und Chemie.

Die EU plant Gegenzölle auf US-Waren im Wert von rund 72 Milliarden Euro. Gleichzeitig verhandelt die EU-Kommission mit den USA, um eine Eskalation zu verhindern.

Unternehmen sollten:

  • Lieferketten und Warenströme analysieren
  • Verrechnungspreise prüfen und ggf. anpassen
  • langfristig Produktions- oder Vertriebsstandorte strategisch planen
  • steuerliche Effekte (z. B. Exit Tax) berücksichtigen

Die US-Regierung möchte das Handelsbilanzdefizit senken, die eigene Industrie schützen und die Nachfrage nach in den USA hergestellten Produkten erhöhen.

Laut aktueller Ankündigung sollen die Strafzölle ab August 2025 erhoben werden – sofern bis dahin keine Einigung erzielt wird.

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