Vom Finanzamt zur Steuerberaterin bei ECOVIS RTS
Interview mit Lea Eggers
Wie wird man Steuerberaterin und wie fühlt sich der Weg dorthin wirklich an?
Lea Eggers (25) hat genau diesen Weg erfolgreich gemeistert: vom dualen Studium beim Finanzamt über den Wechsel in die Steuerberatung bis hin zum bestandenen Steuerberaterexamen. Im Interview gibt sie ehrliche Einblicke in ihren Karriereweg, die Herausforderungen der Prüfung und ihren heutigen Berufsalltag bei ECOVIS RTS.
1. Karriereweg: Vom Finanzamt in die Steuerberatung
Wer bist du und wie sah dein bisheriger Karriereweg aus?
Ich bin Lea, 25 Jahre alt und arbeite am Standort Konstanz. Nach dem Abitur habe ich 2018 ein duales Studium beim Finanzamt begonnen. Im Anschluss an meinen Bachelor bin ich direkt in eine Steuerkanzlei gewechselt und habe dann 2022 meinen berufsbegleitenden Master in Taxation gestartet. Anfang 2026 habe ich das mündliche Steuerberaterexamen bestanden. Im Herbst 2025, zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung, habe ich bei ECOVIS RTS angefangen.
Was hat dich zu deinem dualen Studium beim Finanzamt gebracht?
Ich habe mich schon in der 11. Klasse beworben. Ursprünglich wollte ich Jura studieren, aber Steuerrecht fand ich auch sehr spannend. Mich hat tatsächlich schon immer eher der rechtliche Teil interessiert als die reinen Zahlen.
Warum der Wechsel in eine Steuerkanzlei?
Eigentlich wusste ich schon ziemlich früh, dass ich Steuerberaterin werden möchte, weil man meiner Meinung nach mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung hat als im Finanzamt. Deshalb war für mich auch klar, dass ich einen Master anschließen möchte.
Ich habe den Master in Taxation berufsbegleitend gemacht – vier Semester mit Vorlesungen, die meistens am Wochenende stattfanden. Was mich an der Steuerbranche interessiert hat, war vor allem die Kombination aus Recht und Praxis. Es geht nicht nur darum, Zahlen zu bearbeiten, sondern auch darum, zu beraten und Lösungen zu gestalten. Das fand ich von Anfang an spannend. Außerdem schätze ich den starken Zusammenhalt im Team und die enge Zusammenarbeit in der Kanzlei.
2. Steuerberaterprüfung: Vorbereitung, Zweifel und Erfolg
Wie hast du dich auf die Steuerberaterprüfung vorbereitet?
Ich habe früh begonnen, regelmäßig zu lernen, aber richtig intensiv wurde es etwa dreieinhalb Monate vor der Prüfung. Ich habe Vorbereitungskurse besucht, zwei Tage pro Woche. Dazu kam ein dreiwöchiger Klausurenkurs, montags bis samstags, mit anschließender Besprechung. Das war mental fordernd. Mir war es wichtig, die Übungsklausuren vor Ort zu schreiben, um die echte Prüfungssituation zu simulieren.
Wie sah dein Alltag in der Vorbereitungsphase aus?
Ich habe versucht, eine gewisse Balance zu halten: Ein- bis zweimal pro Woche Sport und ab und zu Freunde treffen. In den letzten Wochen vor der Prüfung habe ich mich komplett auf diese fokussiert und nichts anderes mehr unternommen.
Gab es Momente des Zweifelns?
Zweifel hatte ich auf jeden Fall, vor allem bei Klausurbesprechungen, die mal nicht so gut liefen. Das war schon demotivierend. Aber Aufgeben war nie eine Option für mich. Ich wollte das unbedingt durchziehen.
Was mich motiviert hat, war vor allem, dass ich wusste, wie viel Zeit und Energie ich schon investiert hatte und wie lang ich schon auf das Examen hingearbeitet habe. Außerdem hat mich mein privates Umfeld sehr unterstützt – meine Familie und Freunde standen immer hinter mir.
Wie hat sich das Bestehen angefühlt?
Nach der schriftlichen Prüfung hatte ich kein gutes Gefühl, vor allem der zweite Tag war extrem schwer. Danach musste ich drei Monate auf das Ergebnis warten – eine nervenaufreibende Zeit.
Als die E-Mail kam, habe ich mich erst gar nicht getraut, sie zu öffnen – meine Mutter hat für mich nachgeschaut. Als ich wusste, dass ich bestanden habe, war die Freude riesig.
Die mündliche Prüfung war nochmal eine Herausforderung. Ich hatte etwa anderthalb Monate Zeit zur Vorbereitung, richtig intensiv wurde es aber erst in den letzten zwei Wochen. Die Themen sind so breit gefächert, dass man sich kaum vollständig vorbereiten kann.
Nach der Prüfung mussten wir etwa 45 Minuten auf das Ergebnis warten – das war extrem nervenaufreibend. Am Ende war ich einfach nur unglaublich erleichtert und stolz.
3. Arbeitsalltag als Steuerberaterin
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Mein Arbeitstag beginnt meist um acht Uhr und endet gegen halb sechs. Ich erstelle Jahresabschlüsse für Kapital- und Personengesellschaften, Einnahmen-Überschuss-Rechnungen, Steuererklärungen und übernehme auch Buchführung, damit ich in allen Bereichen fit bleibe.
Besonders spannend finde ich, Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übernehmen. Nach Bestehen des Examens habe ich auch die ersten Mandate erhalten, für die ich mandatsverantwortlich bin und sie komplett begleiten darf – natürlich mit Unterstützung von meinem Standortleiter. Dieses „Reinwachsen“ in die Rolle gefällt mir sehr.
Welche Missverständnisse gibt es über den Beruf?
Viele denken, die Steuerberatung ist langweilig und trocken. Das stimmt meiner Meinung nach nicht. Der Beruf ist unglaublich abwechslungsreich, weil jeder Mandant anders ist und es regelmäßig neue Sonderfälle gibt.
Außerdem geht es nicht nur um Zahlen, sondern auch viel um Beratung und Gestaltung.
Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?
Man sollte wissbegierig sein, weil sich ständig Gesetze ändern. Außerdem ist Offenheit wichtig, gerade im Umgang mit Mandanten. Der persönliche Kontakt spielt eine große Rolle.
4. Persönliche Einblicke und Zukunftspläne
Was würdest du deinem jüngeren Ich raten?
Immer dranzubleiben. Auch wenn es anstrengend und herausfordernd ist – am Ende lohnt es sich immer.
Was sind deine nächsten Ziele?
Erstmal möchte ich richtig im Job ankommen und mich weiter einfinden. Langfristig kann ich mir gut vorstellen, mich fachlich zu spezialisieren und weiterzuentwickeln.
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Die fachlichen Informationen auf dieser Seite sind der Verständlichkeit halber kurz gehalten und können die individuelle Beratung durch die Steuerberater der ECOVIS RTS nicht ersetzen. Die Informationen sind sorgfältig zusammengestellt und recherchiert, jedoch ohne Gewähr.
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